Das Bergwerk Haus Aden

Der Unternehmer Emil Ebbinghaus erhob im Jahr 1874 erstmals Anspruch auf die unterirdischen Kohlevorkommen im Bereich „Haus Aden“ und bekam daraufhin durch das Königliche Oberbergamt die Rechte zur Kohleförderung (Dokument „Gewinnungsrechte“ als PDF zum Download) verliehen. Er war es auch, der –  in Anlehnung an das mittelalterliche Adelsgut „Haus Aden“ (weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Europäischen Burgeninstitus) in Lünen-Niederaden – das Steinkohlefeld benannte. Die von Ebbinghaus gegründete „Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks Haus Aden“ erwarb die Gewerkschaft Ewald aus Herten, die somit zu einem Tochterunternehmen wurde. Erst nach der Fusion der Gewerkschaft Ewald mit der Gewerkschaft König Ludwig in Suderwich bei Recklinghausen wurde die tatsächliche Kohleförderung des bis dahin ruhenden Feldes angestoßen. Nachdem im Jahr 1935 die Bergbau-AG Ewald König Ludwig gegründet worden war, zählte das Unternehmen bereits 1939 eine Belegschaft von 203 Personen, von denen 130 unter Tage arbeiteten. 1945 wurde die Förderung wegen der Kriegsereignisse eingestellt, aber bereits im selben Jahr wieder aufgenommen. 1992 zählte das Unternehmen mehr als 4000 Mitarbeiter. Seit 1998 gehörte Haus Aden zum Bergwerk Ost der Deutschen Steinkohle AG in Hamm. Am 30.09.2010 wurde das Bergwerk geschlossen und die Kohleförderung eingestellt.

Die Gründungsjahre

  • 21.06.1935: Gründung Bergbau-AG Ewald-König Ludwig durch Fusion von Gewerkschaft Ewald (inklusive Tochtergesellschaft Haus Aden) und Gewerkschaft König Ludwig
  • 10.12.1937: Beschluss des Aufsichtsrates des Unternehmens, die Tochtergesellschaft, Gewerkschaft Haus Aden, zu aktivieren und in der Gemeinde Oberaden einen Doppelschachtanlage zu errichten
  • 01.01.1938: Aufnahme der Vorarbeiten: Planierung des Geländes
  • 10.01.1938: Schachtbau Thyssen GmbH erhält den Auftrag zum Abteufen der Schächte 1 und 2
  • 28.09.1938: Erster Spatenstich zum Abteufen der Schächte
  • 01.11.1938: Offizieller Beginn des Schachtabteufens Schacht 2

Das Bergwerk im 2. Weltkrieg

  • 01.04.1939: Beginn des Abteufens von Schacht 1
  • 27.10.1939: Erreichung des Steinkohlegebirges im Schacht 2 bei 456,2 m Teufe
  • 01.11.1939: Die erste Tonne Kohle wurde um 16 Uhr aus 465 m Teufe zu Tage gefördert
  • Mai 1940: Wassereinbruch im Schacht 1 (300l/min). Der Schacht ging unter Wasser
  • September 1940: Beseitigung der Wasserschwierigkeiten
  • 02.04.1941: Erreichung Endteufe im Schacht 2 mit 924,5 m Teufe
  • 10.04.1941: Erreichung Steinkohlegebirge im Schacht 1 bei 457 m Teufe
  • 18.12.1941: Schacht 2 erreicht die Endteufe 924,5 m Teufe
  • 31.12.1942: Als Kriegsauswirkungen drohte die Stilllegung der Schachtanlage. Das Versprechen, sofort die Kohlenförderung aufzunehmen und innerhalb eines Jahres auf 1.000 t tgl. und weiter bis auf 2.000 t tgl. zu steigern, beseitigte die Stilllegungsgefahr
  • 17.04.1944: 1000 t Tagesförderung erstmalig erreicht
  • 31.12.1944: Der Krieg macht sich in dieser Zeit deutlich bemerkbar, besonders durch den hohen Ausländeranteil der Belegschaft, durch Materialmangel, durch Zunahme der Haldenbestände infolge Verkehrsstörungen und durch Zunahme von Fliegeralarmen und Bombenangriffen
  • Frühjahr 1945: Die Förderung wurde wegen der Kriegsereignisse vorübergehend eingestellt

Die Nachkriegszeit

  • Mitte 1945: Wiederaufnahme der Förderung im bescheidenen Maße. Allerdings bis 1952 unter strenger Kontrolle der britischen Militärregierung
  • 01.04.1952: Mit der Bergbau-A. G. Ewald-König Ludwig wird die Gewerkschaft des Steinkohlebergwerks Haus Aden aus der Beschlagnahme und Kontrolle durch die Besatzungsmächte entlassen
  • 11.12.1953: Erstmalig über 2.000 t je Tag gefördert
  • 10.02.1954: Um 9.50 Uhr wurden die 5.000.000 t Kohlen zu Tage gefördert

Die Gegenwart

  • 1955 bis 1959: Zur Verbesserung der Bewetterung wurde ein dritter Schacht angelegt
  • 1970: Anschluss der Schachtanlage Grimberg III / IV
  • 1977: Beschluss für das Anschlussbergwerk Haus Aden Nordfeld
  • 1985: Anschluss der Schachtanlage Gneisenau-Felder Victoria/Kurl. Vergrößerung des Grubenfelds auf 38 km²
  • 1988: Beginn Kohleabbau im Nordfeld
  • 1993: Zusammenschluss zum Verbundbergwerk Haus Aden/Monopol
  • 1998: Haus Aden/Monopol wird mit Heinrich Robert zum Bergwerk Ost zusammengelegt
  • 20.03.2000: Inbetriebnahme der zentralen Wasserhaltung Ost
  • September 2001: Verfüllung Schacht Haus Aden I
  • Ab 2002/2003: Abriss der Übertageanlagen
  • Juli 2005: Niederlegung/Sprengung Schachtgerüst/Förderturm Schacht I und Senderturm
  • 09.06.2008: Die Ruhrkohle AG beschließt das Bergwerk Ost zum 30.09.2010 zu schließen
  • 30.09.2010: Die letzte Schicht wird gefahren und die Kohleförderung eingestellt

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Uhr, die ehemals unter Tage stand. Heute steht sie vor dem Stadtmuseum in Bergkamen.

Weitere Bilder

Der Schildausbau stützt im Strebbau die Abbaustelle gegen den Druck des andernfalls einbrechenden Hangenden.FörderwagenStempel: Stütze aus Holz oder Metall zum Abstützen des Gebirges.Gesamtansicht der Zeche Haus Aden von Südwesten (1957)Haus Aden von Nordwesten von der Heiler Kirchweg-Brücke (1960)Gewinnungsrechte Seite 1Gewinnungsrechte Seite 2

Im Stadtmuseum Bergkamen können Sie den Bergbau erleben.