Industrienatur erfahren – Bergbauerbe begreifen

Nabu-Radtour befährt Orte der Bergbauvergangenheit und informiert über die Entwicklungschancen.

Mit dem Rad auf den Spuren des Bergbaus – so kündigte der Nabu im Ruhrgebiet seine Tour von Dortmund nach Bergkamen an, die in enger Kooperation mit RAG und RAG Montan Immobilien stattfand. Die Teilnehmer legten entlang der mehr als 40 Kilometer langen Strecke Stopps an Sehenswürdigkeiten der Region ein, nahmen an einer Führung zur Industrienatur auf der Kokerei Hansa in Dortmund teil und besichtigten das renaturierte ehemalige Flotationsbecken in Deusen.

 

Die letzte Etappe führte entlang des Datteln-Hamm-Kanals vorbei am Schacht Haus Aden zur Halde „Großes Holz“ in Bergkamen. Dort nahmen Vertreter der RAG und der Stadt Bergkamen die Teilnehmer in Empfang. Beim Auf- und Abstieg stellte Bernd Margenburg vom Nabu Unna die botanischen Besonderheiten der Halde vor. Dr. Claudia Karus und Christoph Schabronath vom Zentralbereich Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz berichteten am Beispiel der Geschichte des Bergwerks Ost über den Wandel in der Bergbauregion und das Umweltbewusstsein der RAG. Dieses schlägt sich auch maßgeblich in den Konzepten des Unternehmens zur Gestaltung der Nachbergbauzeit nieder. Sanierung von Altlasten und optimierte Grubenwasserhaltung unter besonderer Berücksichtigung des Schutzes von Trinkwasser, Mensch und Umwelt stehen in enger Zusammenarbeit mit Verbänden und Behörden an zentraler Stelle.

 

Die innovativen Projekte der RAG zur Nutzung der Industrieflächen für Wind- und Solarenergie stellte Robin Ballewski, Leiter Energiewirtschaft/Erneuerbare Energien, vor. Am Beispiel der geplanten Wasserstadt Aden zeigte er das Potenzial der anfallenden Grubenwässer zur lokalen Wärmeversorgung und damit zur Reduktion des Energiebedarfs auf. Das Flächenentwicklungsprojekt Wasserstadt Aden präsentierte Sebastian Wiese von der Stadt Bergkamen. Auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks entsteht ein einzigartiges Stadtquartier rund um das zukünftige Herzstück Adensee. Städtisches Leben, Wohnen und Arbeiten sollen dort mit Freizeit und Erholung in Einklang gebracht werden.

 

Die anschließende Diskussion der Teilnehmer und Referenten verdeutlichte, welch hohen Stellenwert Umwelt- und Naturschutz sowie Flächenentwicklung für die Menschen in der Region einnehmen. Die offene Kommunikation und Diskussionsbereitschaft der RAG wurde dabei sehr positiv aufgenommen.

Foto: Dr. Claudia Karus